Psychiatrie
- lleytonvonallmen
- 5. Dez. 2024
- 2 Min. Lesezeit

Hallo, përshëndetje, Saluton, hola, Salam miteinander
Ich hoffe, es geht euch allen den Umständen entsprechend gut.
Heute möchte ich etwas Persönliches mit euch teilen: meinen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik.
Seit etwa einer Woche bin ich in einer Einrichtung in Zürich, weil ich nicht mehr in der Lage war, meinen Alltag eigenständig zu bewältigen. Mein Leben verlief zuletzt nach einem destruktiven Muster;
-Ich stand gegen 13 Uhr auf, konsumierte Cannabis und verbrachte die restliche Zeit schlafend. Das wiederholte sich über Monate hinweg. Hinzu kamen starke Angststörungen, die mich enorm einschränkten. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich selbst in eine stationäre Behandlung zu begeben.
Ein Appell an alle: Wenn ihr mit eurer psychischen Gesundheit kämpft und das Gefühl habt, in einer Negativspirale gefangen zu sein, sucht euch bitte Hilfe! Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.
Die ersten Tage: Die Anfangszeit war für mich eine große Herausforderung, vor allem wegen des Drogenentzugs und der neuen Umgebung. Doch inzwischen habe ich mich eingelebt und möchte euch von meinem Alltag erzählen.
Mein Tagesablauf: Unter der Woche werde ich gegen 8 Uhr geweckt. Danach nehme ich meine Medikamente ein und starte in den Tag. Mein Tagesprogramm ist abwechslungsreich und umfasst Aktivitäten wie Yoga, Kunsttherapie, Pilates, Nordic Walking, Gruppentherapien, Bewegungstherapie und Psychotherapie. Für mich ist diese Struktur ein großer Vorteil: Sie lenkt mich ab, gibt mir Halt und hilft, negative Gedanken auf ein Minimum zu reduzieren.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die geregelte Verpflegung. Es gibt täglich Mahlzeiten zu festen Zeiten, was mir das Essen erleichtert. Zuhause war ich oft zu erschöpft, um zu kochen, und mein Appetit ist derzeit – vermutlich medikamentös oder psychisch bedingt – noch eingeschränkt. Dennoch nehme ich an jeder Mahlzeit teil und esse so viel, wie ich kann.
Die Atmosphäre und das Umfeld: Die Menschen hier sind unglaublich freundlich, und das Alter sowie die Probleme der Patienten sind sehr unterschiedlich. Jeder erhält einen individuellen Therapieplan, der auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Was ich hier über mich gelernt habe, ist, dass ich eine sehr soziale Person bin. Ich liebe es, mich mit anderen zu unterhalten, helfe gerne, und es bereitet mir Freude, den älteren Patienten Mut zuzusprechen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen für mich sind – auch in Bezug auf meine berufliche Zukunft.
Mein Fazit: Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von enormer Stärke und Selbstrespekt. Mein Aufenthalt hier hilft mir nicht nur, meine psychische Gesundheit zu stabilisieren, sondern gibt mir auch wertvolle Impulse für mein Leben und meinen weiteren Weg.
Einen Aufenthalt in einer stationären Einrichtung kann ich jedem empfehlen – unabhängig von Alter oder Problematik. Ob schwerwiegende psychische Erkrankungen, Unterstützung beim Entzug oder einfach als Stütze, um wieder in den Alltag zu finden: Es lohnt sich, diesen Schritt zu gehen.
Bleibt gesegnet, passt auf euch auf und fühlt euch gedrückt! Bis dahin wünsche ich euch nur das Beste.
Lleyton




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