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Erfahrungen in der Psychiatrie

  • lleytonvonallmen
  • 22. Jan. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Willkommen zu meinem heutigen Blog über meine Erfahrungen aus einem zweimonatigen Aufenthalt in der Psychiatrie.


Psychische Störungen sind in der Gesellschaft oft unsichtbar – und noch häufiger ein Tabuthema. Man spricht nicht darüber, weil sie vermeintlich Schwäche zeigen. Doch was viele nicht wissen: Menschen mit psychischen Erkrankungen begegnen uns überall. Vielleicht sitzt gerade jemand mit einer ausgeprägten Zwangsstörung neben dir im Bus, ohne dass du es merkst.


In der Psychiatrie wurde ich täglich mit Menschen konfrontiert, denen es psychisch sehr schlecht geht. Gerne möchte ich einige Eindrücke teilen, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:


• Ein Mann, der vor Erschöpfung zusammenbrach: Psychisch war er so ausgelaugt, dass er alle zwei Meter kraftlos zu Boden sank – körperlich war er jedoch gesund.


• Eine Frau, die einen Suizidversuch unternahm: auf der Akutstation zerschlug sie ein Glas und schnitt sich mit den Scherben die Pulsadern auf.


• Ein Fall aus der Demenzabteilung: Dort lernte ich eine Frau kennen, die nur durch lautes Schreien kommuniziert. Wörter kommen keine, nur schmerzhafte, hilflose Schreie.


• Menschen in Abhängigkeit: Ich erlebte Entzüge von Substanzen wie Benzodiazepinen, Kokain, Alkohol, Schlafmitteln und Heroin hautnah.


• Ein junger Mann mit schwerer Schizophrenie: Er lebte in ständiger Angst, beobachtet zu werden, und wich mit seinen Blicken nicht von mir, wenn ich den Raum betrat. Er fürchtete, ich könnte ihm schaden.


Mit diesem Beitrag möchte ich verdeutlichen, wie viele Menschen unter schwerwiegenden psychischen Erkrankungen leiden – auch wenn das in der Alltagswelt oft verborgen bleibt. Psychiatrische Einrichtungen sind überlasteter denn je.


Bei mir auf der Station sehe ich abends oft den Krankenwagen, der neue Patientinnen und Patienten in die Akutstation bringt. Es sind Menschen nach Suizidversuchen oder in psychotischen Zuständen, die nicht mehr zwischen Realität und Wahn unterscheiden können.


Dieser Aufenthalt hat mir gezeigt, wie sehr mich diese Thematik bewegt und interessiert. Die menschliche Psyche fasziniert mich schon lange, und ich möchte in meinem Berufsleben darauf hinarbeiten, mehr über psychische Erkrankungen zu verstehen und Menschen mit diesen Herausforderungen zu helfen.


In diesem Sinne wünsche ich euch allen viel psychische und natürlich auch körperliche Gesundheit.


Bis bald, euer Lleyton.

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